Donnerstag, 15. August 2013

Arbeit und Alltag muss auch mal sein



Momentan unterrichte ich nicht mehr in meiner Klasse und habe eher Büroarbeit übernommen. Hier erledige ich dann verschiedene Aufgaben wie das Erstellen und Aktualisieren der Klassenlisten, das Erstellen der Schülerausweis Karten die die Eltern eigentlich beim täglichen Abholen der Kinder vorzeigen müssen. Da nicht alle Kinder immer von den Eltern abgeholt werden sondern auch mal von den Hausmädchen, kann so überprüft werden dass keines der Kinder verloren geht oder einfach von irgendeinem Fremden mitgenommen wird. Die Idee ist gut, die Umsetzung klappt eher weniger. Für die Lehrer aktualisiere und erstelle ich die Arbeitsverträge, für die Primary machen Eilika und ich zusammen die Zeugnisse was echt viel Arbeit ist. Während ich im Office der Nursery School sitze fällen unsere Worker draußen 4 hohe Bäume. Sicherheitsstandard: Afrika. Mit einem Seil um den Baum gebunden und um die Hüfte klettern sie mit der Machete den Baum hoch, schlagen erst die kleinen Seitenäste ab und dann von oben Stück für Stück Teile des Stammes. Hierbei ist völlig egal wohin die runterfallenden Baumstücke fallen. Dementsprechend demoliert sieht danach auch der Spielplatz aus: Das Flugzeug ist völlig hinüber. Das Bäume fällen wäre mit etwas mehr Vorbereitung bestimmt auch besser verlaufen und es  wäre weniger Schaden entstanden aber darüber wird hier manchmal nicht nachgedacht und es wird scheinbar einfach irgendwie gemacht. Allerdings denken viele Menschen auch dass jeder Afrikaner so mir nichts dir nichts einen Baum hochklettern kann. Dem ist aber nicht so, ganz im Gegenteil ist es eine sehr schwierige und kräfteraubende Aufgabe für die noch längst nicht jeder das Talent und die Muskeln besitzt. 


Agahozo-Shalom Youth Village


23.04. 2013 
Schon mit Beginn des 2. Terms ist Sister Cécile voller Motivation. Um sich Verbesserungstipps von anderen Schulen zu holen besuchen wir ab und zu eine andere Schule. Heute sind wir auf dem Weg in den Osten nach Rwamagana, zu der Schule auf der Lehrerin Jackie war. Jackie ist ungefähr in meinem Alter, 1-2 Jahre älter. Die Schule die wir uns angucken ist dieThe Liquidnet Family High School“ die zu der Agahozo-Shalom Youth Village gehört. Es ist ein Aufnahmeprojekt von Waisen des/durch den Völkermord/s begründet von Anne Heyman. Die Jugendlichen im Alter von 15-19 Jahren haben die Möglichkeit für 4 Jahre in die Village aufgenommen zu werden. Das „Dorf“ (Village = Dorf) besteht aus einer Schule, einer Mensa, einem Sportplatz, vielen Feldern und vielen kleinen Wohnhäusern in denen die Jugendlichen geschlechtergetrennt in „Familien“ aufwachsen. In jedem Haus wohnen 16 Mädchen oder Jungs in 4 Bett Zimmern je mit Bad und einer Gemeinschaftsküche sowie je einer zuständigen Erzieherin, Vertrauensperson, die die „Hausmutter“ ist. Die Gemeinschaft eines Hauses ist somit eine Familie. Die verschiedenen Häuser sind nach berühmten Persönlichkeiten benannt wie beispielsweise „Anne Frank“. Die Jugendlichen besuchen die Schule der Village und haben einen festgelegten Wochenplan. Darauf steht außerdem Village-Arbeit, wozu unter anderem das Bestellen der Felder gehört. Alle müssen etwas für das gemeinsame Zusammenleben beitragen. In der Freizeit gibt es vielfältige Möglichkeiten: Es gibt einen Nähraum, ein Musikzimmer, ein Kunstzimmer, Computerkurse, den Sportplatz sowie einen Aufnahmestudioraum und vieles anderes.
Die Schule der Village ist technisch hochwertig ausgestattet. Es gibt mehrere Computerräume. Tipps behalten wir im Hinterkopf die wir auch an unserer Schule umsetzen wollen.

 http://www.asyv.org/

Besuch in Nyarurema, Kibuye und Schulanfang


Unsere Rückkehr nach Masaka hielt nicht lange an, da wir schon bald weiter nach Nyarurema reisten. Naomi eine andere deutsche Freiwillige die wir auf unserem Zwischenseminar kennengelernt haben wohnt für ihren Freiwilligendienst in Nyarurema bei Fathers, sie sind aber keine Pallottiner. Sie arbeitet in der "Ecole Technique Paroissiale NYARUREMA" .Drei ein halb Stunden fährt der Bus in den Nordosten Ruandas, die Landschaft ist wunderschön und wie gewohnt schmerzt mein Hinter irgendwann vom rumsitzen aber nach der Busfahrt geht es noch eine Dreiviertelstunde mit dem Moto weiter. Mein Mototaxifahrer ist ein besonders krasser Raser, dass er beim Fahren SMSn liest ist auch nicht beruhigender. Doch die Heimzahlung dafür lässt nicht lange auf sich warten als ihm das Handy bei voller Fahrt aus der Jackentasche fällt. Wir halten und ich grinse einigen kleinen Kinder zu die angelaufen kommen während der Fahrer die Einzelteile seines Handys zusammenklaubt, entstaubt und wieder zusammensetzt.
In Nyarurema angekommen begrüßt uns Naomi auch gleich, sie ist schon die vierte Freiwillige an ihrer Stelle und ihr Zimmer ist ein richtiges künstlerisches Freiwilligenzimmer. 

Eilikas und meine Verewigung auf Naomis Zimmerwand

 Am 19.04 verlassen wir Nyarurema in Richtung Kibuye. Jirka fliegt jetzt bald zurück nach Tschechien und wir sind die Überraschungsgäste seiner Abschiedsparty. Während des restlichen Wochenendes spielen Jirka und ich viel Igisoro (typisch ruandisches Spiel auch „Bohnenspiel“ genannt) und wir erneuern die Stoßdähmpfer an dem Auto. Es ist das erste Mal dass ich einen Reifen wechsle und ich muss zugeben dass ich bisher auch nur eine grobe Ahnung hatte wie das geht. So ist es nochmal besser dass ich in diesem Jahr auch viel in solcher Hinsicht lerne. Typisch für Kibuye gibt es Sambaza zum Mittagessen (winzige frittierte Fischchen die man im Ganzen isst wie Chips). Am Sonntag geht es zurück mit etwas Sonnenbrand. Morgen fängt die Schule wieder an und die Ferien sind damit vorbei.

2.Term

22.04.2013 Heute fängt der 2. Term an. Der letzte den wir hier noch abschließen werden. Mit dem Beginn des dritten Terms (Trimester) geht es für uns dann auch schon zurück nach Hause und unsere Nachfolgerinnen werden dann hier alles übernehmen.

Mittwoch, 14. August 2013

Commemoration Week



Während wir in Uganda sind ist zu dieser Zeit in Ruanda gerade die „Commemoration Week“. Es wird eine Woche lang dem Völkermord gedacht. Eine Woche lang sind die Geschäfte nur bis 11 Uhr auf und danach müssen alle an Gedenktreffen und Diskussionen teilnehmen. Obwohl das Interesse von Ausländern bei solchen Treffen gern gesehen ist, sagen auch viele dass die Ruander in der Zeit unter sich sein wollen. Wir haben unsere Reise nach Uganda schließlich doch bewusst so gelegt, dass wir während der Zeit hauptsächlich nicht in Ruanda sind.

Reise nach Uganda




Nach diesem Besuch ging es dann für Eilika und mich los nach Uganda, wo wir in der Hauptstadt Kampala einen Freund besuchen wollten. Die Busfahrt dauerte nach Uganda (Kampala) bloß 15 Stunden und nicht 30 wie nach Tansania. 50$ für das Visum an der Grenze und schon sind wir in Uganda. Ein weiterer Stempel in meinem Reisepass! 
 Wir kommen so gegen 5 Uhr morgens an, Uganda hat eine Stunde
Zeitverschiebung zu Ruanda. Wir steigen aus dem stickigen Bus aus und warten auf unseren Freund Data. Schnell sind wir von mehreren Taxifahrern umringt die alle ihre Dienste anbieten. Dann holt uns Data mit seinem Auto ab und wir fahren zu ihm. Die Tage in Uganda vergehen. Wir gucken uns das „National Museum“ an, besichtigen das „National Theater of Uganda“, erkunden die Stadt Kampala,  nachmittags den Viktoria See  und gehen einen Abend mit in eine Comedy Show. Die Show ist echt gut gemacht! Am Anfang tritt eine amerikanische Frau als Gastauftritt auf, sie unterhält das Publikum mit Bemerkungen über die afrikanischen Plumsklos, und das ziemlich gelungen. Es wird sogar über den Präsidenten gewitzelt. Die Ugander sind doch irgendwie ganz anders als die Ruander. Sie sind ein lautes Volk, mit viel lachen, viel gestikulieren, ungeniert und ungezügelt. Das ist der deutlichste Unterschied der mir auffällt. Insgesamt bleiben wir 5 Tage.