Momentan
unterrichte ich nicht mehr in meiner Klasse und habe eher Büroarbeit
übernommen. Hier erledige ich dann verschiedene Aufgaben wie das Erstellen und
Aktualisieren der Klassenlisten, das Erstellen der Schülerausweis Karten die
die Eltern eigentlich beim täglichen Abholen der Kinder vorzeigen müssen. Da
nicht alle Kinder immer von den Eltern abgeholt werden sondern auch mal von den
Hausmädchen, kann so überprüft werden dass keines der Kinder verloren geht oder
einfach von irgendeinem Fremden mitgenommen wird. Die Idee ist gut, die
Umsetzung klappt eher weniger. Für die Lehrer aktualisiere und erstelle ich die
Arbeitsverträge, für die Primary machen Eilika und ich zusammen die Zeugnisse
was echt viel Arbeit ist. Während ich im Office der Nursery School sitze fällen
unsere Worker draußen 4 hohe Bäume. Sicherheitsstandard: Afrika. Mit einem Seil
um den Baum gebunden und um die Hüfte klettern sie mit der Machete den Baum
hoch, schlagen erst die kleinen Seitenäste ab und dann von oben Stück für Stück
Teile des Stammes. Hierbei ist völlig egal wohin die runterfallenden Baumstücke
fallen. Dementsprechend demoliert sieht danach auch der Spielplatz aus: Das
Flugzeug ist völlig hinüber. Das Bäume fällen wäre mit etwas mehr Vorbereitung
bestimmt auch besser verlaufen und es wäre
weniger Schaden entstanden aber darüber wird hier manchmal nicht nachgedacht
und es wird scheinbar einfach irgendwie gemacht. Allerdings denken viele
Menschen auch dass jeder Afrikaner so mir nichts dir nichts einen Baum
hochklettern kann. Dem ist aber nicht so, ganz im Gegenteil ist es eine sehr
schwierige und kräfteraubende Aufgabe für die noch längst nicht jeder das
Talent und die Muskeln besitzt.
Mein Blog über meinen Freiwilligendienst von August 2012 bis August 2013 in Ruanda, dem Land der tausend Hügel als MaZ - Missionarin auf Zeit. Viel Spaß beim lesen und danke an alle die mich während des Jahres begleiten, auf welche Weise das auch sein mag. Liebste Grüße, Anni
Donnerstag, 15. August 2013
Agahozo-Shalom Youth Village
23.04. 2013
Schon mit
Beginn des 2. Terms ist Sister Cécile voller Motivation. Um sich
Verbesserungstipps von anderen Schulen zu holen besuchen wir ab und zu eine
andere Schule. Heute sind wir auf dem Weg in den Osten nach Rwamagana, zu der
Schule auf der Lehrerin Jackie war. Jackie ist ungefähr in meinem Alter, 1-2 Jahre
älter. Die Schule die wir uns angucken ist die
„The Liquidnet Family High School“ die zu
der Agahozo-Shalom Youth Village gehört. Es ist ein Aufnahmeprojekt von Waisen
des/durch den Völkermord/s begründet von Anne Heyman. Die Jugendlichen im Alter
von 15-19 Jahren haben die Möglichkeit für 4 Jahre in die Village aufgenommen
zu werden. Das „Dorf“ (Village = Dorf) besteht aus einer Schule, einer Mensa,
einem Sportplatz, vielen Feldern und vielen kleinen Wohnhäusern in denen die
Jugendlichen geschlechtergetrennt in „Familien“ aufwachsen. In jedem Haus
wohnen 16 Mädchen oder Jungs in 4 Bett Zimmern je mit Bad und einer
Gemeinschaftsküche sowie je einer zuständigen Erzieherin, Vertrauensperson, die
die „Hausmutter“ ist. Die Gemeinschaft eines Hauses ist somit eine Familie. Die
verschiedenen Häuser sind nach berühmten Persönlichkeiten benannt wie
beispielsweise „Anne Frank“. Die Jugendlichen besuchen die Schule der Village
und haben einen festgelegten Wochenplan. Darauf steht außerdem Village-Arbeit,
wozu unter anderem das Bestellen der Felder gehört. Alle müssen etwas für das
gemeinsame Zusammenleben beitragen. In der Freizeit gibt es vielfältige
Möglichkeiten: Es gibt einen Nähraum, ein Musikzimmer, ein Kunstzimmer,
Computerkurse, den Sportplatz sowie einen Aufnahmestudioraum und vieles
anderes.
Die Schule
der Village ist technisch hochwertig ausgestattet. Es gibt mehrere
Computerräume. Tipps behalten wir im Hinterkopf die wir auch an unserer Schule
umsetzen wollen.
http://www.asyv.org/
Besuch in Nyarurema, Kibuye und Schulanfang
In
Nyarurema angekommen begrüßt uns Naomi auch gleich, sie ist schon die vierte
Freiwillige an ihrer Stelle und ihr Zimmer ist ein richtiges künstlerisches Freiwilligenzimmer.
![]() |
| Eilikas und meine Verewigung auf Naomis Zimmerwand |
Am 19.04
verlassen wir Nyarurema in Richtung Kibuye. Jirka fliegt jetzt bald zurück nach
Tschechien und wir sind die Überraschungsgäste seiner Abschiedsparty. Während
des restlichen Wochenendes spielen Jirka und ich viel Igisoro (typisch
ruandisches Spiel auch „Bohnenspiel“ genannt) und wir erneuern die Stoßdähmpfer
an dem Auto. Es ist das erste Mal dass ich einen Reifen wechsle und ich muss
zugeben dass ich bisher auch nur eine grobe Ahnung hatte wie das geht. So ist
es nochmal besser dass ich in diesem Jahr auch viel in solcher Hinsicht lerne.
Typisch für Kibuye gibt es Sambaza zum Mittagessen (winzige frittierte
Fischchen die man im Ganzen isst wie Chips). Am Sonntag geht es zurück mit
etwas Sonnenbrand. Morgen fängt die Schule wieder an und die Ferien sind damit
vorbei.
2.Term
22.04.2013 Heute
fängt der 2. Term an. Der letzte den wir hier noch abschließen werden. Mit dem
Beginn des dritten Terms (Trimester) geht es für uns dann auch schon zurück
nach Hause und unsere Nachfolgerinnen werden dann hier alles übernehmen.
Mittwoch, 14. August 2013
Commemoration Week
Während wir
in Uganda sind ist zu dieser Zeit in Ruanda gerade die „Commemoration Week“.
Es wird eine Woche lang dem Völkermord gedacht. Eine Woche lang sind die
Geschäfte nur bis 11 Uhr auf und danach müssen alle an Gedenktreffen und
Diskussionen teilnehmen. Obwohl das Interesse von Ausländern bei solchen
Treffen gern gesehen ist, sagen auch viele dass die Ruander in der Zeit unter
sich sein wollen. Wir haben unsere Reise nach Uganda schließlich doch bewusst
so gelegt, dass wir während der Zeit hauptsächlich nicht in Ruanda sind.
Reise nach Uganda
Nach diesem Besuch ging es dann für Eilika und mich
los nach Uganda, wo wir in der Hauptstadt Kampala einen Freund besuchen
wollten. Die Busfahrt dauerte nach Uganda (Kampala) bloß 15 Stunden und nicht
30 wie nach Tansania. 50$ für das Visum an der Grenze und schon sind wir in
Uganda. Ein weiterer Stempel in meinem Reisepass!
Zeitverschiebung zu Ruanda. Wir steigen aus dem stickigen Bus aus und
warten auf unseren Freund Data. Schnell sind wir von mehreren Taxifahrern
umringt die alle ihre Dienste anbieten. Dann holt uns Data mit seinem Auto ab
und wir fahren zu ihm. Die Tage in Uganda vergehen. Wir gucken uns das
„National Museum“ an, besichtigen das „National Theater of Uganda“, erkunden
die Stadt Kampala, nachmittags den
Viktoria See und gehen einen Abend mit
in eine Comedy Show. Die Show ist echt gut gemacht! Am Anfang tritt eine
amerikanische Frau als Gastauftritt auf, sie unterhält das Publikum mit
Bemerkungen über die afrikanischen Plumsklos, und das ziemlich gelungen. Es
wird sogar über den Präsidenten gewitzelt. Die Ugander sind doch irgendwie ganz
anders als die Ruander. Sie sind ein lautes Volk, mit viel lachen, viel
gestikulieren, ungeniert und ungezügelt. Das ist der deutlichste Unterschied
der mir auffällt. Insgesamt bleiben wir 5 Tage.
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