Donnerstag, 15. August 2013

Zukunftsplanung



Wenn man es nennt wie in der Überschrift klingt das irgendwie so ernst und erwachsen, aber es stimmt eben. Die Zeit bleibt ja nicht stehen, aber ich hatte mir schon bevor ich nach Ruanda ging meine Gedanken darüber gemacht. Ich werde im September eine Rettungsassistentenausbildung beginnen, dafür habe ich mich schon vor meinem Jahr in Ruanda beworben, um dann hier keinen Stress haben zu müssen, da ich schon wusste dass ich das machen möchte. Während des Jahres habe ich mich um mehrere Praktikumsplätze beworben, die Voraussetzung und Teil der Ausbildung sind. Das ging alles recht gut auch von hier aus und ich freue mich echt ziemlich darauf dass dann auch dieser neue Teil in meinem Leben beginnt!

Heimweh?



Natürlich ein Thema was einem durch den Kopf geht. Ich muss sagen, so richtig Heimweh hatte ich dieses Jahr über wo ich nun hier in Ruanda war nicht. Natürlich fehlt mir meine Familie, meine deutschen Freunde und auch andere Dinge. Natürlich habe ich mich nach Hause gewünscht als meine Großeltern goldene Hochzeit gefeiert haben, mein Bruder 18 wurde oder mein Papa seinen 50. groß gefeiert hat. Man vergisst ja nicht, dass auch das Leben in dem man sonst seinen gewohnten Platz hat weitergeht. Aber durch Skype, Facebook, Emails und Briefe fällt es ja nicht schwer Kontakt zu halten mit den Menschen mit denen man das möchte und die das auch möchten. Ich mag es die Zeit und Momente hier zu genießen, wo ich hier bin und mich dann auf alles was ich liebe zu freuen, wenn ich bald wieder zurückkomme!

Interkulturelle Missverständnisse



Betrittst du mit unsicheren Füßen, weil du nicht weißt was dich erwartet, eine neue Kultur, so findest du dich unweigerlich in einer Landschaft voller Fettnäpfchen. Sich an die jeweilige Kultur anzupassen ist höflich, wenn auch scheinbar absolut nicht selbstverständlich für alle Touristen die hier nach Ruanda kommen. Kleidung ist schon mal ein Punkt. Sich nach sommerlichen deutschen Maßstäben zu kleiden, in Short und Top ist hier nun mal etwas wenig. Aber solche Dinge fallen einem ganz automatisch nach einiger Zeit auf wenn man nicht sehr ignorant ist. So bin ich schon darauf bedacht mich der Kultur anzupassen, ich bin schließlich Gast in diesem Land und versuche in die einmal getretenen Fettnäpfchen, beim zweiten Mal auszuweichen. Ich bin diese ganze Sichtweise somit vorrangig ich-zentriert angegangen, bis es einen Tag in der Schule eine Situation gab, wo sich das alles plötzlich umdrehte.
Ich stand mit Jane (einer guten Freundin von mir, die aus Kenia kommt und 2 Jahre älter ist als ich) in der Schule vor einem Klassenraum, die Kinder waren gerade nach Hause gegangen.  Jane befahl mir, ihr ihre Schuhe neu zuzubinden. Ich glaube in diesem Moment war sie in ein Fettnäpfchen meiner Kultur getreten. Befehlen ist mir generell fremd, ich denke, dass meine Generation in Deutschland sehr liberal erzogen wurde. Diskussionsbereitschaft und Hinterfragen sind Eigenschaften die in Schule und Alltag beigebracht und erwartet wurden. Von daher bin ich an „höfflich fragen“ oder „um einen Gefallen bitten“ gewöhnt und „Befehle“ gerade von fast Gleichaltrigen empfand ich als ungewohnt und unhöflich.

In den meisten afrikanischen Ländern ist der gesellschaftliche Aufbau und die Rangordnung jedoch ganz anders als in Deutschland. Jeder der jünger ist als man selber ist einem untergeordnet und egal welches Alter man erreicht, Kinder sind den Eltern generell nie gleichgestellt. So habe ich das hier zu mindestens erlebt und erklärt bekommen. Deswegen hat Jane schon mal das Recht mir etwas zu befehlen. Soviel zu den Befehlen aber daran hatte ich mich zu dem Zeitpunkt schon gewöhnt. Viel mehr ging es um die Art ihres Befehls. Jemandem anders die Schuhe zu zubinden tut man bei uns ja eigentlich nur bei kleinen Kindern die das noch nicht können oder bei kranken oder alten Menschen die das gerade nicht oder nicht mehr können. Einem völlig gesunden Menschen die Schuhe zu zubinden kam mir erst mal als frech vor, da ich es zuerst als ihre eigene Faulheit wahrnahm. Aber das Entscheidende was dazu kam, war eher das Gefühl der Erniedrigung was mit dem Niederknien vor jemanden verbunden war. Ich spürte das ganz deutlich, dass ich, jedenfalls meinen kulturellen Vorstellungen entsprechend, dabei war mich vor jemandem fast gleichaltriges freiwillig zu erniedrigen. Und das kam mir falsch vor. 

Jane hat dann bemerkt wie sehr ich mit mir selber am ringen war um die Entscheidung und ich denke dass das eine gute Erfahrung für uns beide war. So war sie nämlich auch mal in eins meiner Fettnäpfchen getreten. Ihre Schuhe habe ich ihr übrigens dann doch zugemacht und obwohl es echt ein merkwürdiges Gefühl war habe ich es als wertvolle Erfahrung verbucht. Ich weiß jetzt nicht ob ihr das anhand dieser simplen Situation verstehen könnt die ich jetzt hier so ausgeführt habe, aber für mich war das etwas Besonderes!


Afternoon-Project



Den Text über das Project werde ich einfach mal auf Englisch lassen so wie ich ihn hier schon als Bericht  schreiben musste, an der Seite meines Blogs könnt ihr ihn einfach übersetzen lassen. Die Übersetzung ist etwas holprig aber man versteht den Sinn. Dafür dass ich mich durch meine Vorliebe für Französisch echt gegen das Englisch gesträubt habe, muss ich sagen dass ich es mittlerweile echt lieben gelernt habe was wohl auch Eilikas Verdienst ist. Afrikanisches Englisch ist sicherlich nicht das bestmögliche aber ich habe mich hier flüssig verständigen gelernt und auch tiefsinnig bei Diskussionen mit Freunden. Mein Französisch habe ich hier leider wirklich kaum gebraucht und wenn man jetzt so daran gewöhnt ist Englisch zu sprechen fällt das plötzliche  Umstellen auf Französisch dann auch wieder etwas schwer so dass man dann englische Wörter mit einbaut was aber keinen stört da das hier nicht so ernstgenommen wird und sich die Menschen mit einer Mischung aus Kinyarwanda, Swahili, Französisch und Englisch verständigen:



The Afternoon – Project of the Saint Vincent Pallotti Primary School

In the middle of Mai 2013 we came up with the idea to start an Afternoon – Project with our children of the Saint Vincent Pallotti Primary School. As the school was just founded in the beginning of the year 2013, we so far have 48 children in the Primary divided in two classes, P1 A and P1 B. We decided to build up an Afternoon-Project which goes into many fields to have the possibility of multifaceted advancement of our children. The conducted compartmentation took place so that we finally finished with the creation of the following fields: First of all, with the unanimous assent of the Primary teachers we wanted to give our children the possibility of improvement in class, therefore the opportunity of coaching lessons divided according to the different school subjects who were  in need. Secondly, we wanted to advance our children in the field of creativity skills surrounding art. For this reason we divided this topic in the two sub- topics art and craft. Likewise, we wanted to make a variety possible so that we discovered the idea of a dance- drama- and acrobatic-group – field.
The division of the children took place according to have an equal number of sexes in the 3 main groups.  As we focused on the improvement of the children, in the subjects they needed to be coach while we didn’t want to forget about the creativity, we finally decided that we will practice the Afternoon-Project four times in a week, from Monday up to Thursday, always for 2 hours in the afternoon from 3pm up to 5pm. To focus on the balance between coating and creativity we fixed to have two days of fully coating and two days of fully creativity which always rotate, to have each with enough time. 

We presented the plan of our Afternoon-Project to the parents of the primary children during a parents meeting. The parents accepted and supported our project idea and the plan how we wanted to realize it.  In the middle of May we started with the implementation of our project. 46 of the 48 children came to experience the Afternoon-Program in which 6 teachers and the headmistress Sister Cécile are working in. Always two teachers are responsible for one of the coaching subjects while others are controlling the class and correction the work done by the children. On the creativity days the teachers are working all together or as required in smaller groups with the children.
 
After revision of our first experienced 6 weeks with the Afternoon-Project a slowly improvement of the children in the coaching subjects is to record, just as in the handling of art. For example the precision in cutting increased as much as the handling of colors and the knowledge how to mix them. We also studied about paper folding, paper cutting and pasting for the beginning. In the topic of craft the children were able to design their own postcards and also some pearlbracelets which was also part of the improvement in tactfulness which is important for example for a good handwriting and precision in general work. In the dancing group the children learned traditional Rwandese dances and also had the possibility to dance free just for the avoiding of shyness. The acrobatic group practiced on doing a somersault and a handstand what the children really enjoyed in alternation to the coaching. And the drama group firstly focused on some conversation rhymes.