Wenn man es
nennt wie in der Überschrift klingt das irgendwie so ernst und erwachsen, aber
es stimmt eben. Die Zeit bleibt ja nicht stehen, aber ich hatte mir schon bevor
ich nach Ruanda ging meine Gedanken darüber gemacht. Ich werde im September
eine Rettungsassistentenausbildung beginnen, dafür habe ich mich schon vor
meinem Jahr in Ruanda beworben, um dann hier keinen Stress haben zu müssen, da
ich schon wusste dass ich das machen möchte. Während des Jahres habe ich mich
um mehrere Praktikumsplätze beworben, die Voraussetzung und Teil der Ausbildung
sind. Das ging alles recht gut auch von hier aus und ich freue mich echt
ziemlich darauf dass dann auch dieser neue Teil in meinem Leben beginnt!
Mein Blog über meinen Freiwilligendienst von August 2012 bis August 2013 in Ruanda, dem Land der tausend Hügel als MaZ - Missionarin auf Zeit. Viel Spaß beim lesen und danke an alle die mich während des Jahres begleiten, auf welche Weise das auch sein mag. Liebste Grüße, Anni
Donnerstag, 15. August 2013
Heimweh?
Natürlich
ein Thema was einem durch den Kopf geht. Ich muss sagen, so richtig Heimweh hatte
ich dieses Jahr über wo ich nun hier in Ruanda war nicht. Natürlich fehlt mir
meine Familie, meine deutschen Freunde und auch andere Dinge. Natürlich habe
ich mich nach Hause gewünscht als meine Großeltern goldene Hochzeit gefeiert
haben, mein Bruder 18 wurde oder mein Papa seinen 50. groß gefeiert hat. Man
vergisst ja nicht, dass auch das Leben in dem man sonst seinen gewohnten Platz
hat weitergeht. Aber durch Skype, Facebook, Emails und Briefe fällt es ja nicht
schwer Kontakt zu halten mit den Menschen mit denen man das möchte und die das
auch möchten. Ich mag es die Zeit und Momente hier zu genießen, wo ich hier bin
und mich dann auf alles was ich liebe zu freuen, wenn ich bald wieder
zurückkomme!
Interkulturelle Missverständnisse
Betrittst
du mit unsicheren Füßen, weil du nicht weißt was dich erwartet, eine neue
Kultur, so findest du dich unweigerlich in einer Landschaft voller
Fettnäpfchen. Sich an die jeweilige Kultur anzupassen ist höflich, wenn auch
scheinbar absolut nicht selbstverständlich für alle Touristen die hier nach
Ruanda kommen. Kleidung ist schon mal ein Punkt. Sich nach sommerlichen
deutschen Maßstäben zu kleiden, in Short und Top ist hier nun mal etwas wenig.
Aber solche Dinge fallen einem ganz automatisch nach einiger Zeit auf wenn man
nicht sehr ignorant ist. So bin ich schon darauf bedacht mich der Kultur anzupassen,
ich bin schließlich Gast in diesem Land und versuche in die einmal getretenen
Fettnäpfchen, beim zweiten Mal auszuweichen. Ich bin diese ganze Sichtweise
somit vorrangig ich-zentriert angegangen, bis es einen Tag in der Schule eine
Situation gab, wo sich das alles plötzlich umdrehte.
Ich stand
mit Jane (einer guten Freundin von mir, die aus Kenia kommt und 2 Jahre älter
ist als ich) in der Schule vor einem Klassenraum, die Kinder waren gerade nach
Hause gegangen. Jane befahl mir, ihr
ihre Schuhe neu zuzubinden. Ich glaube in diesem Moment war sie in ein
Fettnäpfchen meiner Kultur getreten. Befehlen ist mir generell fremd, ich
denke, dass meine Generation in Deutschland sehr liberal erzogen wurde.
Diskussionsbereitschaft und Hinterfragen sind Eigenschaften die in Schule und
Alltag beigebracht und erwartet wurden. Von daher bin ich an „höfflich fragen“
oder „um einen Gefallen bitten“ gewöhnt und „Befehle“ gerade von fast
Gleichaltrigen empfand ich als ungewohnt und unhöflich.
In den
meisten afrikanischen Ländern ist der gesellschaftliche Aufbau und die
Rangordnung jedoch ganz anders als in Deutschland. Jeder der jünger ist als man
selber ist einem untergeordnet und egal welches Alter man erreicht, Kinder sind
den Eltern generell nie gleichgestellt. So habe ich das hier zu mindestens
erlebt und erklärt bekommen. Deswegen hat Jane schon mal das Recht mir etwas zu
befehlen. Soviel zu den Befehlen aber daran hatte ich mich zu dem Zeitpunkt
schon gewöhnt. Viel mehr ging es um die Art ihres Befehls. Jemandem anders die
Schuhe zu zubinden tut man bei uns ja eigentlich nur bei kleinen Kindern die
das noch nicht können oder bei kranken oder alten Menschen die das gerade nicht
oder nicht mehr können. Einem völlig gesunden Menschen die Schuhe zu zubinden
kam mir erst mal als frech vor, da ich es zuerst als ihre eigene Faulheit
wahrnahm. Aber das Entscheidende was dazu kam, war eher das Gefühl der
Erniedrigung was mit dem Niederknien vor jemanden verbunden war. Ich spürte das
ganz deutlich, dass ich, jedenfalls meinen kulturellen Vorstellungen
entsprechend, dabei war mich vor jemandem fast gleichaltriges freiwillig zu
erniedrigen. Und das kam mir falsch vor.
Jane hat
dann bemerkt wie sehr ich mit mir selber am ringen war um die Entscheidung und
ich denke dass das eine gute Erfahrung für uns beide war. So war sie nämlich
auch mal in eins meiner Fettnäpfchen getreten. Ihre Schuhe habe ich ihr
übrigens dann doch zugemacht und obwohl es echt ein merkwürdiges Gefühl war
habe ich es als wertvolle Erfahrung verbucht. Ich weiß jetzt nicht ob ihr das
anhand dieser simplen Situation verstehen könnt die ich jetzt hier so
ausgeführt habe, aber für mich war das etwas Besonderes!
Afternoon-Project
Den Text
über das Project werde ich einfach mal auf Englisch lassen so wie ich ihn hier
schon als Bericht schreiben musste, an
der Seite meines Blogs könnt ihr ihn einfach übersetzen lassen. Die Übersetzung
ist etwas holprig aber man versteht den Sinn. Dafür dass ich mich durch meine
Vorliebe für Französisch echt gegen das Englisch gesträubt habe, muss ich sagen
dass ich es mittlerweile echt lieben gelernt habe was wohl auch Eilikas
Verdienst ist. Afrikanisches Englisch ist sicherlich nicht das bestmögliche
aber ich habe mich hier flüssig verständigen gelernt und auch tiefsinnig bei Diskussionen
mit Freunden. Mein Französisch habe ich hier leider wirklich kaum gebraucht und
wenn man jetzt so daran gewöhnt ist Englisch zu sprechen fällt das
plötzliche Umstellen auf Französisch
dann auch wieder etwas schwer so dass man dann englische Wörter mit einbaut was
aber keinen stört da das hier nicht so ernstgenommen wird und sich die Menschen
mit einer Mischung aus Kinyarwanda, Swahili, Französisch und Englisch
verständigen:
The
Afternoon – Project of the Saint Vincent Pallotti Primary School
In the middle of Mai 2013 we came up with the idea to
start an Afternoon – Project with our children of the Saint Vincent Pallotti
Primary School. As the school was just founded in the beginning of the year
2013, we so far have 48 children in the Primary divided in two classes, P1 A
and P1 B. We decided to build up an Afternoon-Project which goes into many
fields to have the possibility of multifaceted advancement of our children. The
conducted compartmentation took place so that we finally finished with the
creation of the following fields: First of all, with the unanimous assent of
the Primary teachers we wanted to give our children the possibility of
improvement in class, therefore the opportunity of coaching lessons divided
according to the different school subjects who were in need. Secondly, we wanted to advance our
children in the field of creativity skills surrounding art. For this reason we
divided this topic in the two sub- topics art and craft. Likewise, we wanted to
make a variety possible so that we discovered the idea of a dance- drama- and
acrobatic-group – field.
The division of the children took place according to
have an equal number of sexes in the 3 main groups. As we focused on the improvement of the
children, in the subjects they needed to be coach while we didn’t want to
forget about the creativity, we finally decided that we will practice the
Afternoon-Project four times in a week, from Monday up to Thursday, always for
2 hours in the afternoon from 3pm up to 5pm. To focus on the balance between
coating and creativity we fixed to have two days of fully coating and two days
of fully creativity which always rotate, to have each with enough time.
We presented the plan of our Afternoon-Project to the
parents of the primary children during a parents meeting. The parents accepted
and supported our project idea and the plan how we wanted to realize it. In the middle of May we started with the
implementation of our project. 46 of the 48 children came to experience the
Afternoon-Program in which 6 teachers and the headmistress Sister Cécile are
working in. Always two teachers are responsible for one of the coaching
subjects while others are controlling the class and correction the work done by
the children. On the creativity days the teachers are working all together or
as required in smaller groups with the children.
After revision of our first experienced 6 weeks with the
Afternoon-Project a slowly improvement of the children in the coaching subjects
is to record, just as in the handling of art. For example the precision in
cutting increased as much as the handling of colors and the knowledge how to
mix them. We also studied about paper folding, paper cutting and pasting for
the beginning. In the topic of craft the children were able to design their own
postcards and also some pearlbracelets which was also part of the improvement
in tactfulness which is important for example for a good handwriting and
precision in general work. In the dancing group the children learned
traditional Rwandese dances and also had the possibility to dance free just for
the avoiding of shyness. The acrobatic group practiced on doing a somersault
and a handstand what the children really enjoyed in alternation to the
coaching. And the drama group firstly focused on some conversation rhymes.
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